jacqueline devreux

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Je ma Muse
(mythische Träume und intime Wünsche)

„Die Weiblichkeit […] konnte wie eine Maske getragen werden. Der Leser kann sich zu Recht fragen wo sich die Grenze zwischen Weiblichkeit und Maskerade abspielt. Ich glaube […] dass es keinen Unterschied gibt; radikal oder oberflächlich, es ist alles das Gleiche“.*

Je ma Muse ist eine Serie von Selbstporträts mit einer Note die sich mehr dem Autofiktiven als dem Autobiographischen nähert. Sie stellt die Frage des Daseins, der Grenze zwischen Realität und Traum, zwischen Erlebtem und sublimer Erinnerung. Als Metapher eines kaum erfassbaren Gedächtnisbildes gleich einer verblassten Photographie, stellt Jacqueline Devreux‘ Oeuvre der photographischen Realität die verbildlichte Fantasiedarstellung gegenüber. Durch das Aneignen von Bildern die sowohl der traditionellen Kunst wie anderen, ungewöhnlicheren Domänen entnommen sind, erforscht die Künstlerin kollektive Referenzen und gelangt zu einem Remake ihrer multiplen Identitäten. Als Maskerade stellt Je Ma Muse eine Reihe von Gemälden vor, die, indem sie das in Szene setzen der Komposition verherrlicht, die Theatralisierung der Beziehungen zwischen Menschen hinterfragt, und das Andere, das Ich, als Darsteller der eigenen Rolle ernennt, eine Rolle die immer wieder der Neuanpassung und Veränderung benötigt. Als unvollendetes (Selbst)porträt stellt das Werk von Jacqueline Devreux das traditionelle Konzept der Muse auf den Kopf und entwickelt sich zu einer leidenschaftlichen Suche nach ihren eigenen Identitäten; ihr Werk wird damit zum Ventil der Emotionalität, das ihre vielfältige Weiblichkeit ausdrückt.
Der Spiegel spricht eignet sich die Symbolik des deutschen Mythus an und thematisiert die entblößte Identität. Mit undurchdringlichem Blick offenbart die Frau mittels ihres Spiegelbildes den Körper, der seines eigenen Daseins in einer vergangenen Epoche bezeugt. Zugleich Fenster auf den Schauplatz und Oberfläche auf welcher letzterer sich abspielt, verwischt Der Spiegel die feine Linie zwischen Intimität und Spektakel und versetzt den Betrachter in die Rolle des Voyeurs.
Die exklusiv gegenständliche Malerei von Jacqueline Devreux vermischt klassische Lasurtechnik und barocke Konstruktion, gedämpfte Töne und ironische Themen, realistische Effekte und unwahrscheinliche Zusammentreffen und versetzt den Betrachter in einen beunruhigenden Zustand der Fremdartigkeit.

Pauline Hatzigeorgiou, Februar 2013

* Joan Rivière, La Féminité en tant que mascarade, 1929
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